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Glossar

Art & Architecture Thesaurus

Der vom Getty Research Institute entwickelte Art & Architecture Thesaurus (AAT) ist ein kontrolliertes Vokabular zur Beschreibung von Kunst, Architektur und Kulturerbe. Er bietet standardisierte, strukturierte und zudem mehrsprachige Begriffe, die eine konsistente Katalogisierung und Interoperabilität zwischen Sammlungen unterstützen.

CIDOC CRM

Das CIDOC CRM ist ein internationaler Standard, der eine Ontologie zur Beschreibung und Verknüpfung von Informationen in den Bereichen Kunstgeschichte, Archäologie und Kulturerbe bereitstellt. Es bietet einen gemeinsamen konzeptuellen Rahmen, der Institutionen und Forschenden hilft, Beziehungen zwischen Personen, Objekten, Orten und Ereignissen konsistent und interoperabel darzustellen und so Datenintegration und Wiederverwendung über verschiedene Sammlungen hinweg zu ermöglichen.

Kontrollierte Vokabulare

Ein kontrolliertes Vokabular ist eine standardisierte Sammlung von Begriffen, die eine konsistente Beschreibung und Identifikation von Konzepten, Objekten oder Entitäten gewährleistet. Es bietet klare Definitionen für jeden Begriff, umfasst Synonyme und abweichende Schreibweisen (mitunter in mehreren Sprachen) und organisiert die Begriffe häufig in einer hierarchischen Struktur.
Im Bereich Kunst und Kulturerbe gehören zu den häufig verwendeten kontrollierten Vokabularen unter anderem die Gemeinsame Normdatei (GND), der Getty Art & Architecture Thesaurus (AAT), die Getty Union List of Artist Names (ULAN), GeoNames, Iconclass, die Virtual International Authority File (VIAF) sowie Wikidata.

FAIR Prinzipien

Leitprinzipien für den Umgang mit digitalen Ressourcen, insbesondere wissenschaftlichen Daten und Metadaten.
(Siehe https://crsuzh.pages.uzh.ch/cocoprend/glossary/#research-data-management-rdm)

Auffindbar
Die eigenen Forschungsdaten sollten für andere auffindbar sein. Umfangreiche Metadaten sind online in einer durchsuchbaren Ressource verfügbar, und die Daten sollten mit einem persistenten Identifikator versehen werden.

Zugänglich
Es sollte für Menschen und Maschinen möglich sein, auf Ihre Daten zuzugreifen, gegebenenfalls unter bestimmten Bedingungen oder Einschränkungen. FAIR bedeutet nicht, dass Daten offen sein müssen! Metadaten sollten vorhanden sein, selbst wenn die Daten selbst nicht zugänglich sind.

Interoperabel
Daten und Metadaten sollten anerkannten Formaten und Standards entsprechen, um ihre Kombination und ihren Austausch zu ermöglichen.

Wiederverwendbar
Um die Interpretation und Wiederverwendung der Daten zu unterstützen, ist umfangreiche Dokumentation erforderlich. Die Daten sollten den Normen der jeweiligen Gemeinschaft entsprechen und klar lizenziert sein, sodass andere wissen, welche Formen der Wiederverwendung erlaubt sind.

IIIF (International Interoperability Framework)

IIIF ist ein internationaler Standard zur Bereitstellung und Nutzung hochauflösender Bilder im Web, insbesondere im Bereich von Forschung und Kulturerbe. Er definiert standardisierte Schnittstellen (APIs), über die Bilder und ihre Metadaten institutionsübergreifend angezeigt, verglichen, annotiert und weiterverwendet werden können. IIIF unterstützt Funktionen wie Zoomen, Zuschneiden und Drehen von Bildern und ermöglicht deren Integration in verschiedene Anwendungen und Viewer.

Knowledge Graph (Wissensgraph)

Ein Wissensgraph (Knowledge Graph) ist ein strukturiertes Netzwerk von Entitäten – wie Objekten / Artefakten, Personen, Orten, Ereignissen oder Konzepten – das zeigt, wie diese Entitäten gemäss einer definierten Ontologie miteinander in Beziehung stehen. Der Graph ermöglicht es Nutzer:innen, Sammlungs- oder Forschungsdaten in einem erweiterten Kontext zu erkunden und Verbindungen sichtbar zu machen, die in isolierten Datensätzen nicht erkennbar wären.

Linked Open Data (LOD)

Linked Data bezeichnet eine Methode zur Veröffentlichung strukturierter Daten im Web, sodass sie miteinander verbunden und verknüpft werden können. Dabei werden standardisierte Webtechnologien – wie Uniform Resource Identifiers (URIs), das Resource Description Framework (RDF) und Hyperlinks – genutzt, um verwandte Informationen über verschiedene Datensätze hinweg zu verlinken.
Wenn solche Daten offen zugänglich und wiederverwendbar sind, spricht man von Linked Open Data (LOD).

Ontologie

Eine Ontologie ist ein formales System zur Darstellung von Wissen innerhalb eines bestimmten Themen- oder Fachbereichs. Sie definiert eine Reihe von Konzepten und Entitäten (wie Personen, Ereignisse, Zeit oder Orte) und legt die Beziehungen zwischen ihnen fest (z. B. Attribute, Eigenschaften).
Ontologien helfen dabei, Informationen über verschiedene Datensätze hinweg zu strukturieren und miteinander zu verknüpfen.
(Fotis Jannidis / Hubertus Kohle / Malte Rehbein (Hg.), Digital Humanities. Eine Einführung, Stuttgart 2017, S. 162.)

Open Access

Open Access ist ein Publikationsmodell, das die freie und uneingeschränkte Verfügbarkeit von (wissenschaftlichen) Publikationen im Internet garantiert. Es ermöglicht Nutzer:innen, die Volltexte zu lesen, herunterzuladen, zu kopieren, zu teilen, auszudrucken und zu verwenden – ohne finanzielle, rechtliche oder technische Barrieren, sofern die Autorschaft und Quellen korrekt angegeben werden.
(Siehe Fotis Jannidis / Hubertus Kohle / Malte Rehbein (Hg.), Digital Humanities. Eine Einführung, Stuttgart 2017, S. 201f.)

Open Research Data (ORD)

Forschungsdaten sind Aufzeichnungen (wie numerische Werte, Textdokumente, Bilder, Ton und audiovisuelle Materialien), die aus Forschungsarbeiten und -projekten hervorgehen.
Offene Forschungsdaten (Open Research Data, ORD) können frei zugänglich, wiederverwendbar, neu kombiniert und weiterverbreitet werden – für Lehre und Forschung und darüber hinaus. Im Idealfall unterliegen offene Daten keinerlei Beschränkungen hinsichtlich ihrer Wiederverwendung oder Weiterverbreitung und sind entsprechend offen lizenziert.
(Siehe https://crsuzh.pages.uzh.ch/cocoprend/glossary/#research-data-management-rdm)

Research Data Management

Forschungsdatenmanagement umfasst den Umgang mit Forschungsdaten (Erhebung, Organisation, Speicherung, Dokumentation und Publikation) während und nach der Forschungstätigkeit.
Ein Datenmanagementplan (Data Management Plan, DMP) skizziert den Lebenszyklus der Daten. Er dokumentiert den Umgang mit den Daten, ethische und rechtliche Aspekte sowie Pläne zur Speicherung und Weitergabe.
(Siehe https://crsuzh.pages.uzh.ch/cocoprend/glossary/#research-data-management-rdm)

RDF (Resource Description Framework)

RDF (Resource Description Framework) ist eine Standard-Sprache zur Modellierung von Beziehungen zwischen Ressourcen im World Wide Web (WWW). Es bildet eine der Kernkomponenten des Semantic Web und ermöglicht die Verknüpfung von Entitäten wie Objekten, Personen, Orten oder Konzepten.
RDF basiert auf einer Tripel-Struktur, bei der jede Aussage aus drei Elementen besteht:

  • Subjekt = die Entität oder Ressource, die beschrieben wird
  • Prädikat = die Eigenschaft oder Beziehung zwischen Subjekt und Objekt
  • Objekt = der Wert oder eine andere Entität, die sich auf das Subjekt bezieht

RDFS (RDF Schema) erweitert RDF um ein formales Vokabular zur Beschreibung von Entitäten und deren Beziehungen untereinander. 
(Siehe Fotis Jannidis / Hubertus Kohle / Malte Rehbein (Hg.), Digital Humanities. Eine Einführung, Stuttgart 2017, S. 169.)

Semantic Web

Das Semantic Web ermöglicht die Verknüpfung und Integration von Daten aus unterschiedlichen Quellen und schafft dadurch reichhaltigere Verbindungen zwischen Texten, Bildern, Orten und Konzepten.
Technologien wie RDF, SPARQL, OWL und SKOS sind wichtige Bestandteile des Semantic Web.